Welche Rechtsgrundlage wählst du für Gesundheitsdaten?
Möchtest du bei einer Kundin oder einem Kunden eine Allergie, Medikamente, eine Hautkrankheit oder eine Schwangerschaft notieren? Dann bittet dich Salonnare zuerst, eine Rechtsgrundlage zu wählen. Das klingt juristisch, ist aber eigentlich nur die Antwort auf die Frage: "Warum darf ich diese sensiblen Daten speichern?" Diese Anleitung erklärt die vier Optionen in einfacher Sprache und sagt dir, wann du welche wählst.
Warum wird das gesondert geregelt?
Gesundheitsdaten sind besondere Kategorien personenbezogener Daten (DSGVO Art. 9). Dazu zählen Allergien, Medikamente, Hautkrankheiten oder eine Schwangerschaft. Diese Daten sind besonders sensibel, deshalb verlangt das Gesetz, dass du festhältst, auf welcher Grundlage du sie speicherst. In Salonnare liegen sie zudem in einem separaten, verschlüsselten Tresor, getrennt von deinen normalen Kundennotizen.
Du musst kein Rechtsexperte sein. In den allermeisten Fällen ist die Wahl einfach: Ausdrückliche Einwilligung. Die anderen drei sind für Ausnahmesituationen gedacht.
Die vier Rechtsgrundlagen
Ausdrückliche Einwilligung
Die Kundin oder der Kunde gibt dir ausdrücklich die Erlaubnis, diese Gesundheitsdaten zu speichern, zum Beispiel auf deinem Anamnesebogen oder mündlich am Empfang.
- Wann wählst du das? In fast allen Fällen. Für einen Salon ist das die normale, richtige Wahl.
- Beispiel: Eine Kundin sagt dir, dass sie gegen ein bestimmtes Produkt allergisch ist, damit du darauf Rücksicht nehmen kannst.
Lebenswichtiges Interesse
Du erfasst Daten, weil das Leben oder die Gesundheit der Person unmittelbar auf dem Spiel steht und es in diesem Moment unmöglich ist, um Einwilligung zu bitten.
- Wann wählst du das? So gut wie nie, nur in einem echten Notfall.
- Beispiel: Einer Person wird unwohl und du musst medizinische Informationen festhalten, während eine Einwilligung nicht möglich ist.
Vertragserfüllung
Die Daten sind zwingend erforderlich, um die vereinbarte Behandlung sicher durchführen zu können.
- Wann wählst du das? Selten, und nur, wenn eine ausdrückliche Einwilligung wirklich nicht funktioniert. In der Praxis ist es fast immer die klarere und bessere Wahl, um Einwilligung zu bitten.
- Beispiel: Eine Behandlung kann ohne bestimmte Gesundheitsinformationen nicht sicher stattfinden.
Öffentliches Gesundheitsinteresse
Du verarbeitest die Daten wegen einer außergewöhnlichen Situation im Bereich der öffentlichen Gesundheit, zum Beispiel auf Anordnung der Behörden.
- Wann wählst du das? Für einen normalen Salon so gut wie nie.
- Beispiel: eine verpflichtende Registrierung während eines Ausbruchs, auf Anweisung der Behörden.
Kurz zusammengefasst: Was wähle ich?
| Situation | Rechtsgrundlage |
|---|---|
| Die Person gibt dir ihre Einwilligung (der Normalfall) | Ausdrückliche Einwilligung |
| Notfall, in dem eine Einwilligung nicht möglich ist | Lebenswichtiges Interesse |
| Zwingend nötig für eine sichere Behandlung | Vertragserfüllung |
| Außergewöhnliche Situation der öffentlichen Gesundheit | Öffentliches Gesundheitsinteresse |
In den allermeisten Fällen wählst du also Ausdrückliche Einwilligung.
Wie halte ich es in Salonnare fest?
- Öffne das Profil der Person unter Kunden.
- Gehe zum Block für Gesundheitsnotizen (besondere Kategorien von Daten).
- Klicke auf Einwilligung festhalten und wähle die Rechtsgrundlage.
- Danach kannst du die Gesundheitsnotizen sicher im verschlüsselten Tresor speichern.
Ohne festgehaltene Rechtsgrundlage kannst du keine Gesundheitsnotizen für eine Person speichern. Zieht die Person die Einwilligung später zurück? Dann wähle Grundlage ändern oder Einwilligung widerrufen im selben Block.
Mehr zu Datenschutz, Export und Löschung findest du unter Datenschutz und DSGVO. Zum Erfassen von Kundendaten im Allgemeinen siehe Kunden verwalten.